"Meine ganze Seele hängt an dieser Gegend" -




Natur erleben - das scheint für uns moderne Menschen ein ganz selbstverständlicher und allgemeiner Wunsch zu sein. Aus der lärmenden Hektik sehnen wir uns - wenigstens fallweise - in eine unberührte und heile Landschaft, in der wir äußerlich und innerlich durchatmen können.

Noch vor 200 Jahren fand kaum jemand Vergnügen daran, aus der halbwegs sicheren Stadt in die offene und gefährliche Landschaft zu gehen. Nur wer musste, machte sich auf den Weg.

Da war es schon fast eine Revolution, als um 1835, der Schriftsteller Adalbert Stifter, den Lesern die Natur nicht mehr als Schauer-Kulisse für Abenteuer präsentierte, sondern als Abbild der ewigen Harmonie. In seiner Literatur werden Landschaft und Natur zum ersten Mal um ihrer selbst willen gestaltet, und nicht nur als Hintergrund oder Umfeld für den Menschen. Stifter empfahl seinen Lesern das, was er selbst so genial konnte: genau hinzusehen und sich Zeit zu lassen. Mit dieser respektvoll-neugierigen Einstellung zu den "Dingen" hat dieser Schriftsteller eine ganz neue, nachhaltige Naturwahrnehmung mitbegründet.

Auch die großen Wälder im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet machte Adalbert Stifter lange vor ihrer touristischen Entdeckung zum Mythos...


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